Auf den ersten Blick könnte man Michael Krähmer für einen
Fotorealisten halten.
Es handelt sich bei seinen Arbeiten jedoch nicht um Abbilder äußerer Realität,
sondern um virtuelle Landschaften, die Sinnbilder für bestimmte Geisteshaltungen
sind. Es sind Refugien für den durch die Alltagshektik getriebenen Geist. Nicht
der geografische Ort einer Landschaft ist von Bedeutung, sondern ihre
Atmosphäre, ihre Ausstrahlung auf den Betrachter. Insofern handelt es sich also
eigentlich um „innere“ Landschaften und Krähmer könnte man als einen
Neoromantiker betrachten. Die Bilder laden dazu ein, sich ihrer kosmischen
Stille auszusetzen und sich in ihre magische Ruhe zu versenken.
Die Bilder sind in der zeitaufwändigen Harzöl-Lasurtechnik
der alten Meister gemalt. Transparente, mit gelöstem Harz versetzte Ölfarbe
wird mit dem Pinsel in vielen hauchdünnen Schichten übereinander lasiert und
erzeugt so schimmernde, fast dreidimensional wirkende Farbräume. Die Entstehung eines solchen
Gemäldes dauert bis zu einem Monat.